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Andreas Caminada kocht mit Corinne Suter 2022

«Vegetarisch? Dafür habe ich Fleisch viel zu gerne»

Im Leben von Skistar Corinne Suter gehts um Hundertstelsekunden. Für einmal spricht die Hublot-Ambassadorin aber über eine andere Seite – ihre Freude an Essen und Genuss.

Corinne Suter, in welchen Momenten können Sie das Leben richtig geniessen?

Im Winter versuche ich, auch wenn es um einen Wettkampf nach dem anderen geht, die Zeit auf dem Schnee bestmöglich zu geniessen. Im Sommer hingegen gestalte ich meine Freizeit sehr bewusst. Ich verbringe viel Zeit im Stall bei den Pferden oder reite mit einer Kollegin aus. Auch gutes Essen ist mir wichtig. Mir geht es darum, einen Ausgleich zu schaffen.

Ihr Berufsalltag ist von Hundertstelsekunden geprägt. Schaffen Sie es, sich trotzdem Zeit zu nehmen?

Ich muss, aber es war ein Lernprozess. Wenn mir etwas wichtig ist, arbeite ich daran, bis ich es perfekt beherrsche. So ist mein Alltag komplett durchgetaktet – Frühstück, Training, kurze Pause, wieder Training und so weiter. Es hat gedauert, bis ich diese Routine unterbrechen konnte, um bewusst Momente für mich zu haben.

Was bedeutet Ihnen Essen? Im Sportalltag ist es vermutlich mehr funktional und muss die benötigte Energie liefern, richtig?

Genau. Ausserdem ist es ganz wichtig für die Erholungsphase: Nach zwei, drei Stunden Krafttraining am Nachmittag zum Beispiel muss ich Eiweiss zu mir nehmen und die Kohlenhydratspeicher auffüllen, weil es am nächsten Tag um acht Uhr morgens weitergeht und Muskelkater möglichst verhindert werden soll.

Und wann können Sie Essen einfach geniessen?

Mit meinem Partner zusammen auswärts zu essen, geniesse ich extrem. Das ist genau die Zeit, die ich brauche, um abzuschalten. Ich esse sehr gern, und weil ich den Winter über in Sachen Ernährung sehr planvoll vorgehe, gönne ich mir im Sommer ein paar Ausnahmen.

Welche Ausnahmen dürfen das sein?

Viele Desserts! Ich habe gern Süsses. Etwas, das ich mir im Winter aber verbiete.

Womit kann ein Koch Ihnen eine Freude machen?

Berufsbedingt reise ich viel, erlebe verschiedene Länder und Esskulturen. Aber ich komme immer gern zurück in die Schweiz und freue mich über das Einfache: Mit einem guten Stück Fleisch, mit Käsespezialitäten wie Raclette und Fondue oder mit einer guten Rösti kann man mich schnell überzeugen.

Andreas Caminada kocht mit Corinne Suter 2022

Speed-Spezialistin: Die 28-jährige Schwyzerin Corinne Suter trägt eine Hublot Big Bang Gold White Diamonds.

Können Sie sich auch selbst eine gute Rösti machen?

Je länger, je besser! Ich mag die Rösti, wenn sie auf beiden Seiten knusprig angebraten ist. Ich nehme gekochte Kartoffeln und brate sie schön in Butter an.

Wer kocht bei Ihnen zu Hause?

Wir wechseln uns ab. Wenn meine Zeit mal nicht so streng abgemessen ist, verbringe ich sie am liebsten in der Küche. Dort kann ich etwas völlig anderes machen als sonst.

Wo haben Sie kochen gelernt?

Bei meiner Mutter – sie kocht ausgezeichnet. Am liebsten mag ich ihr Cordon bleu. Als ich nach den Olympischen Spielen in China wieder in Zürich gelandet bin, wollte ich als Erstes ein Cordon bleu meiner Mutter essen.

Es gibt Sportler, die sich vegetarisch oder sogar vegan ernähren. Wäre das etwas für Sie?

Ehrlicherweise esse ich einfach zu gern Fleisch, als dass das infrage käme. Eine Zeitlang habe ich wenig Fleisch gegessen, musste aber merken, dass Fleisch gut für meinen Energiehaushalt ist.

Was gibt es, wenn Gäste kommen?

Meistens frage ich die Gäste vorab, was sie gern essen, und hoffe, dass es nichts allzu Schwieriges ist (lacht). Reis mit Thai-Curry bereite ich sehr gern zu. Ansonsten setze ich gern auf saisonale Schweizer Küche. Im Herbst serviere ich beispielsweise «Hafächabis».

Andreas Caminada kocht mit Corinne Suter 2022

Spitzensportlerin trifft auf Spitzenkoch: Corinne Suter zu Gast bei Andreas Caminada

Was bitte ist das?

Das ist geschmorter Kohl – ich bereite ihn mit Schweinefleisch zu. Manche nehmen auch Lamm oder Rind. In der Innerschweiz isst man das gern während der Chilbizeit.

Heute essen Sie bei Andreas Caminada. Ihr erstes Mal im Schloss Schauenstein?

Ich war noch nie bei ihm. Im Ski-Kader sprechen wir viel übers Essen, und Andreas war oft ein Thema. Darum ist das für mich heute ein besonderer Tag.

Gibt es Parallelen zwischen Spitzensport und Spitzenküche?

Bevor ich hierher gekommen bin, wollte ich mich informieren und las Interviews von Andreas. Auch er scheint ein überzeugter Perfektionist zu sein. In diesem Punkt stimmen wir auf jeden Fall überein. Ich bin erst zufrieden, wenn etwas genau so ist, wie ich es mir vorgestellt habe. Ich arbeite so lange daran, bis ich es kann. Deshalb bin ich wohl da, wo ich jetzt bin.

Wie lange hält man das durch?

Solange das Feuer brennt und der Körper mitmacht, bleibe ich dabei!

 

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